In-Vitro-Aquarienpflanzen – die sichere, moderne Art, ein Aquarium zu bepflanzen!

In-Vitro-Aquarienpflanzen hast Du mittlerweile bestimmt auch schon beim Aquarienhändler deines Vertrauens entdeckt.

Was es mit den neuartigen Aquarienpflanzen aus dem Labor auf sich hat, welche Vor- und Nachteile sie gegenüber normal gezüchteten Aquarienpflanzen es gibt und wie Du sie am besten einpflanzt, ließt Du in diesem Beitrag!

In-Vitro-Aquarienpflanzen: was ist das überhaupt?

In-Vitro-Aquarienpflanzen; vielfältig und einfach einzusetzen! Im Vordergrund ihre direkte „Konkurrenz“: die Topfpflanze!

Der Vorreiter in Sachen In-Vitro-Aquarienpflanzen war  zumindest auf dem deutschen Aquarienmarkt die Firma Tropica.

Die Aquarienpflanzen aus den Laboren werden in durchsichtigen Plastikbehältern in einem Nährgel bzw. neuerdings in einer Nährflüssigkeit unter sterilen und parasitenfreien Bedingungen aufgezogen.

In-Vitro bedeutet nämlich, laut Wikipedia, nichts anderes als „im Glas“. Die Aufzucht der Aquarienpflanzen im Glas findet also unter Laborbedingungen statt.

Warum werden denn In-Vitro-Pflanzen aber unter Laborbedingungen gezüchtet?

Ganz einfach, weil es sehr wichtig ist, dass das Nährmedium, auf dem die Aquarienpflanzen dann gedeihen, keimfrei ist, da es sonst zu Schimmelbildung kommen kann.

Sollte Dir Schimmel auf den gerade gekauften In-Vitro-Pflanzen auffallen, würde ich diese sofort versuchen einzusetzen. Sonst droht der schnelle Zerfall der Aquarienpflanzen!

2,00 EUR In-Vitro Mini-Papageienblatt / Alternanthera reineckii 'mini'
2,44 EUR In-Vitro Bonsai-Nadelsimse / Eleocharis sp. 'mini'
In-Vitro Bonsai Rotala / Rotala 'Bonsai'
In-Vitro Kriechende Staurogyne / Staurogyne spec. repens

Vor- und Nachteile der In-Vitro-Pflanzen

In-Vitro-Aquarienpflanzen bieten Dir den großen Vorteil, wirklich 100% parasiten, schnecken-, algen und pestizidfrei zu sein. Das ist wohl der allergrößte Vorteil der Pflanzen aus den Laborbechern.

Aber nicht nur die Hygiene gibt Pluspunkte für die In-Vitros, sondern auch die aus einem Becher herausziehbare Menge an Einzelpflanzen. Diese ist wirklich hoch und wenn Du sie gut lagerst, bevor Du sie bspw. im Eckaquarium einfplanzt, kannst Du die Pflanzenmasse sogar noch steigern!

Solltest Du die In-Vitros nicht sofort einpflanzen können, ist das kein Problem. Dieser Becher Ultricularia graminifolia hielt sich bestimmt 3 Wochen auf einer Fensterbank! Und die Pflanzenmenge ist dabei deutlich gewachsen ;)

Die Lagerung der Invitro-Becher ist auch schon der nächste Punkt: häufig suche ich nach und nach die Sachen und Pflanzen für ein neues Aquascape zusammen und da kann es schon einmal vorkommen, dass Aquarienpflanzen bestelle, diese aber noch etwas aufs Einpflanzen warten müssen. Das ist mit In-Vitro-Pflanzen eben kein Problem mehr. Die meisten In-Vitros kannst Du locker eine Woche und länger bedenkenlos an einem kühlen, hellen Ort lagern.

Praktisch ist es auch, dass die Becherpflänzchen bequem bestellbar sind – Du musst hier keine große Angst haben, dass nur noch Matsch bei dir ankommt, wenn das Paket mal länger als 5 Tage unterwegs sein sollte.

Die einzigen Nachteile, die ich finden konnte, wäre die Anfangsgröße der In-Vitro-Aquarienpflanzen. Diese ist meistens wirklich sehr gering und die Pflanzen wirken anfangs etwas schwach auf der Brust im Vergleich zu Pflanzen aus normalen Gewächshäusern.

Vorteile von In-Vitro-Aquarienpflanzen

  • 100 % Schnecken- und Parasitenfrei
  • pestizidfrei und für Fische und Garnelen unschädlich
  • sehr ergiebige Portionen
  • keine lästige Steinwolle mehr
  • Ansprüche der In-Vitro-Pflanzen gut zu erkennen
  • lange haltbar, solltest Du sie nicht sofort einpflanzen können
  • gut über das Internet zu beziehen

Nachteile der In-Vitro-Aquarienpflanzen

  • In-Vitro-Pflanzen sind erst einmal sehr klein
  • meistens sind sie zarter als Bund- oder Topfpflanzen

Damit Du die Aquarienpflanzen aus dem Becher auch optimal einsetzt, habe ich im folgenden Absatz eine kleine Anleitung dazu geschrieben:

Anleitung: wie In-Vitro-Aquarienpflanzen vorbereiten, einpflanzen und einsetzen?!

Du hast also gerade In-Vitro-Aquarienpflanzen gekauft oder sie wurden Dir geliefert? Dann geht es jetzt ans schnelle Vorbereiten der Laborpflänzchen!

Zu Allererst öffnest Du die Becher. Entweder ist dieser mit einem Deckel, oder bei einem flüssigen Nährmedium mit einer Folie versehen.

Dann entnimmst Du den Pflanzenballen. Sollte die Pflanze mit dem Nährgel sich nicht aus dem Becher lösen lässen, drückst du einfach etwas am Becher herum, bis Du die Pflanzen entnehmen kannst.

Zur Vorbereitung der Pflanzen gibt’s auch ein Video:

Das Nährgel der In-Vitro-Pflanzen entfernen

Dann geht es ans Entfernen des Nährgels, welches von der Konsistens Wackelpudding recht nahe kommt. Dazu drücke ich den Pflanzenballen etwas zwischen den Fingern hin und her und breche somit das Nährmedium auf.

Jetzt halte ich die In-Vitro-Pflanze unter den Wasserhahn und entferne mit den Fingern oder einer Pinzette die Gelklumpen. Damit entfernst Du schnell den Großteil des Gels. Sollte noch etwas über bleiben, ist es nicht so tragisch, da wir jetzt die Pflanzenmasse in Einzelteile zerlegen:

Sollten die In-Vitro-Pflänzchen in einer flüssigen Nährlösung geliefert worden sein, brauchst Du diese nur einmal abspülen und schon sind diese bereit, ins Aquarium eingepflanzt zu werden.

Vor dem Einpflanzen der In-Vitro-Aquarienpflanzen habe ich allerdings noch ein paar Tipps und Tricks zum Einpflanzen und Vorbereiten der noch zarten, kleinen Sprösslingen:

Die Vorbereitung vor dem Einpflanzen der In-Vitro-Aquarienpflanzen:

Nachdem Du das Nährgel nun erfolgreich von den Wurzeln der In-Vitro-Pflanzen entfernt hast, könntest Du den Pflanzenbatzen auch direkt in den Bodengrund stecken und loswachsen lassen.

Aber als Ballen belassen, nutzt Du nicht optimal die Pflanzenmasse zum Starten! Wenn Du die Pflanzenballen nämlich aufteilst, so hast Du viel mehr einzelne Pflanzen, die sich jeweils deutlich besser ausbreiten, als würden sie noch eng an eng im Ballen sitzen!

Das ist anfangs vielleicht etwas fisselig, aber es lohnt sich! Mein Tipp zum Vorbereiten der In-Vitro-Aquarienpflanzen ist, erst einmal den kompletten Ballen in die gewünschte Portionsgröße aufzuteilen und diese Pflanzenportionen dann auf einem Tablett oder ähnlichem zum Einpflanzen vorzubereiten.

Ein feuchtes Küchentuch unter den Einzelpflanzen beugt Austrocknen vor.

Dann brauchst Du nur noch mit einer Pinzette*  jede einzelne Pflanze der In-Vitro-Portion im Bodengrund einzupflanzen!

So sieht es aus, wenn ich Aquarienpflanzen aus In-Vitro-Kultur (Cryptocoryne lutea ´Hobbit´* ) vorbereitet habe:

Wenn Du die In-Vitro-Pflanzen gut vorbereitest, sparst Du dir enorm Zeit und Nerven beim Einpflanzen! Hier zu sehen ein Becher Cryptocoryne lutea ´Hobbit´
Und so sieht es aus, wenn ich die kleinen Pflanzenteile (Eleocharis sp. 'mini'* ) möglichst optimal eingesetzt habe:

Hier siehst Du gut, wie ein Becher Eleocharis sp. ‚mini‘ locker für ein 45cm-Aquarium ausreicht . Hier habe ich die In-Vitro-Pflanzen nicht einmal sparsam eingepflanzt!

In-Vitro-Aquarienpflanzen richtig lagern/wie lange kann man sie lagern?

Es kommt vor, dass man In-Vitro-Pflanzen bestellt und nicht sofort einsetzen kann. Das tolle an den Laborpflänzchen ist, dass Du sie eine ganze Weile (ich hatte mal einen Becher Ultricularia graminifolia*  über 3 Wochen auf der Fensterbank stehen) unbesorgt an einem hellen, kühlen Platz aufbewahren kannst.

Achte bei längerer Lagerung darauf, ob sich Schimmel bildet oder die In-Vitro-Pflanzen anfangen wegzugammeln (auch die Wurzeln dabei beobachten). Sollte es soweit gekommen sein, brauchst Du nur die abgestorbenen Pflanzenteile entfernen und die Reste dann schnellstmöglich einpflanzen.

Bei den unterschiedlichen Herstellern sieht das Nährgel gerne etwas anders aus. In dem Fall war es sogar schwarz. Die Farbe vom Gel lässt also nicht auf das Mindesthaltbarkeitsdatum schließen!

Es ist von den jeweiligen Pflanzen und deren Robustheit abhängig, wie lange, die In-Vitro-Becher lagerbar sind. Eine Echinodorus bspw. wirst Du mit Sicherheit deutlich länger lagern können, als bspw. eine zarte Stängelpflanze, wie die Rotala wallichii* .

Leider kannst Du dich nicht wirklich an der Farbe des Nährmediums orientieren, ob der In-Vitro-Becher schon über den Jordan ist, da das Gel von Hersteller zu Hersteller in Farbe und Konsistenz variieren kann.

Schau dir die Pflanzen an und zur Not musst Du sie aus dem Nährgel herauslösen und in einer Schüssel Wasser an einem hellen, kühlen Ort oder direkt im Aquarium unterbringen.

Erfahrungen mit In-Vitro-Aquarienpflanzen

Ich kann In-Vitro-Pflanzen besten Gewissens empfehlen!

Meine Erfahrungen mit den In-Vitro-Aquarienpflanzen sind bis auf wenige Ausnahmen durchweg positiv und ich finde sie einfach super praktisch! Gerade bei Neueinrichtungen sind die In-Vitro-Pflanzen gut zu händeln und wuchsen bisher alle gut an.

In bereits besetzten Aquarien können gründelnde Fische, wie bspw. Panzerwelse dafür sorgen, dass feinere Pflanzen aus dem Bodengrund lösen, bevor sie verwurzelz sind. Aber das ist ein Problem, welches du auch bei normalen Topfpflanzen hast!

Ich habe persönlich das Gefühl, dass die In-Vitro-Pflanzen etwas länger brauchen, um in die Gänge zu kommen. Aber nach wenigen Wochen oder sogar Tagen siehst Du keinen Unterschied mehr und die In-Vitro-Aquarienpflanzen legen los – in voller Pracht!

Du hast einfach bei anfangs augenscheinlich geringer Pflanzenmenge, viele sich schnell entwickelnde Einzelpflanzen! Das gefällt mir so gut an den In-Vitros! Neben den oben genannten Vorteilen. Schnell haben die In-Vitro-Stängelpflanzen die Höhe erreicht, um Zubehör, wie bspw. CO2-Diffusoren zu verdecken!

1-2-Grow: die In-Vitro-Pflanzen von Tropica

Bei Tropica laufen die In-Vitro-Aquariumpflanzen unter dem Namen 1-2-Grow, der auf die Unkompliziertheit in Sachen Handhabung und Keim, Algen-, Schnecken- und Parasitenfreiheit zurückzuführen ist.

Gerade Anfänger können sich vom „Ampelsystem“ auf den Tropica-In-Vitro-Bechern leiten lassen. Tropica teilt die 1-2-Grow In-Vitro-Pflanzen in Easy, Medium und Advanced ein.

Easy: Die In-Vitro-Pflanzen sind auch für Anfänger gut geeignet

Diese kommen auch ohne CO2-Anlage und mit wenig Licht zu recht und wachsen recht problemlos!

Als Anfänger würde ich Dir dann zu den Easy-Pflanzen raten, damit Du möglichst sorgenfrei ins Aquariumleben starten kannst!

Ein paar einfache Pflanzen wären:

 

 

Medium: Diese In-Vitro-Aquarienpflanzen stellen schon etwas mehr Ansprüche

Die Pflanzen mit dem Siegel „Medium“ können zwar auch ohne CO2 gehalten werden, aber es empfielt sich für optimale Wachstumsergebnisse eine CO2-Anlage, ausgewogene Düngung und gehobeneres Licht. Laut Tropica sollte die Beleuchtung den Pflanzen 20–40 lumen (ungefähr ½ watt T5) pro Liter bieten.

Folgende Pflanzen sind medium-schwer:

Advanced:Pflanzen für gehobenere Ansrpüche, eher für Fortgeschrittene geeignet

Das rote Ampelzeichen bedeutet, dass für diese (In-Vitro-)Pflanzen eine gut eingestellte Co2-Anlage, eine gute Beleuchtung und ausreichende Düngung ein absolutes Muss ist.

Ohne Co2-Anlage und ausreichend starker Beleuchtung ist hier wenig Aussicht auf Erfolg. Die Ampel erspart Dir somit sozusagen teures Lehrgeld :)

Anspruchsvolle Aquariumpflanzen aus In-Vitro-Kultur:

Beliebte In-Vitro-Aquariumpflanzen aus der Tropica 1-2-Grow-Serie

Aktualisiert am 26.04.2018 um 09:39 Uhr / Affiliate Links / Bildquelle: Amazon Partnerprogramm

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