Artemia züchten + 7 hilfreichen Tipps, damit die Artemia-Zucht gelingt!

Artemia züchten: Anleitung
Artemia züchten + 7 hilfreichen Tipps, damit die Artemia-Zucht gelingt! 1

Das Thema Artemia züchten läuft jedem Aquariumbesitzer irgendwann über den Weg. Denn jeder Aquarianer wünscht sich gesunde und prächtige Fische, die sein Becken mit oft turbulentem Treiben erfüllen.

Damit die Beckenbewohner bestmöglichst gedeihen, muss nicht nur die Wasserqualität stimmen, auch die Versorgung mit Futter spielt eine wichtige Rolle. Das gilt für Jungfische im Eckaquarium ebenso wie für adulte Tiere.

Viele Arten benötigen Lebendfutter als Zugabe, andere wie der Kugelfisch zum Beispiel, ernähren sich ausschließlich von Schnecken und ähnlichem, Flockenfutter oder Futtertabs mit tierischer Beikost wird regelrecht mit Verachtung gestraft. Für Dich als Tierhalter heißt das, Du musst sicherstellen, dass Deine Beckenbewohner immer ausreichend die benötigte (Lebend-)Nahrung finden.

Artemia Nauplien stellen eine sehr gute Möglichkeit dar, selbst in größeren Mengen kostengünstig Lebendfutter selbst zu züchten.

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Was sind Artemia?

Artemia züchten
Artemia züchten: damit es bei Dir im Zuchtbehälter auch so wuselt, braucht es nicht viel. Ließ in diesem Beitrag alles, was Du zur Artemiazucht wissen musst!

Auf vielen Seiten kann man lesen, wie toll Artemia für (Jung-) Fische sind. Doch was ist das überhaupt? Diese Frage lässt sich recht einfach beantworten.

Artemia, die deutsche Bezeichnung lautet Salzkrebschen oder auch Salzwasserkrebs, zählt zu den Krebstieren.

Yps-Heft mit Artemia/Urzeitkrebse
Ich glaube, fast jedes Kind hat diese kleinen Krebstiere schon versucht zu züchten. Entweder aus dem Yps-Heft oder der Micky Maus :)

In der Ordnung der Anostraca, also der Kiemenfüßer, ist es die einzige Gattung. Der Salinenkrebs (Artemia Salina) zählt dabei zu den bekanntesten Vertretern seiner Art.

In Form von Frostfutter oder als Eier wird er als Fischfutter im Handel angeboten. Wächst er in natürlicher Umgebung auf, benötigt er salziges Gewässer.

In den 1970 erlangte diese Krebsart vor allem unter der Bezeichnung „Urzeitkrebs“ große Bekanntheit. Mehrfach wurde es als Beilage im Y-Heft, einer zu dieser Zeit sehr bekannten Jugendzeitschrift, angeboten.

Ein Blick in die Biologie der Artemia salina

Artemia Weibchen
Ein Artemia Weibchen mit deutlich erkennbaren Eiern.

Die Heimat der possierlichen Tierchen ist das Salzwasser. Als Nahrung dient Nanoplankton und Algen, die sie aus dem Wasser herausfiltern. Bei den Artemia-Eiern handelt es sich eigentlich um sogenannte Zysten (andere Schreibweise Cysten), die mehrzellig sind.

Da die Artemia-Zysten einen inaktiven Stoffwechsel besitzen, können sie selbst ohne Sauerstoff mehrere Jahre unbeschadet überstehen.

Erst wenn sich der Salzgehalt im Wasser entsprechend erhöht, setzen die adulten Tiere solch geartete Dauereier frei.

Die optimale Temperatur für eine hohe Schlupfrate der Artemia

Die ideale Temperatur für eine möglichst hohe Schlupfrate liegt zwischen 28°C und 30°C. Nach ca. 24 bis 48 Stunden schlüpfen die meisten der Artemia-Larven. Die Cysten saugen während des ersten Tages mehr als das einfache ihres Körpergewichtes an Wasser aus. Das sorgt dafür, dass der im Ei enthaltene Embryo aus seiner Stasis geholt wird und sich die Entwicklung fortsetzt.

Platzt die Cystenschale auf, verlässt der Embryo mit dem Kopf voran die Eihülle. Noch ist er von der Schlüpfmembran umgeben und dadurch mit der Schale verbunden. Bis er sich vollständig aus der Schale befreit hat, dauert es ein paar Stunden. Im Anschluss weicht die Membran auf und reißt.

Bereit zum Verfüttern: die Artemia Nauplie

Das Artemia-Jungtier – auch Nauplie genannt – kann gleich nach dem Schlupf frei schwimmen. Nach ca. 10 bis 12 Stunden kommt es zum ersten Häuten.

Übrigens: In den ersten Stunden nach dem Schlupf sind die Artemia Nauplien am nahrhaftesten für die Fische im Aquarium. Bis zu diesem Zeitpunkt ist eine zusätzliche Fütterung nicht notwendig. Der Verdauungstrakt ist noch nicht vorhanden, die Öffnungen für Mund oder After sind noch verschlossen.

Du kannst die frisch geschlüpften Artemien alle verfüttern, oder weiter aufziehen und so den interessanten Lebenszyklus mitzuverfolgen. Nach ca. 2 Wochen sind die Artemia Nauplien geschlechtsreif und es kann bereits beobachtet werden, wie die Männchen und Weibchen sich paaren.

Wasserwechsel im Artemia-Zuchtbehälter

Auf einen Wasserwechsel bei Artemia kannst Du verzichtet. Auf Grund der Größe der teilweise erst frisch geschlüpften Artemia kannst Du sowieso nur schwer einen Wasserwechsel durchführen.

Du kannst aber problemlos verdunstetes Wasser nachfüllen. Häufig empfielt es sich auch, nach ein paar Wochen, den Artemiabehälter zu leeren, abzukochen und einen neuen Artemiaansatz zu starten. So wirkst Du einer zu hohen Bakteriendichte gute entgegen.

Artemia züchten – für welche Tiere eignet sich Lebendfutter?

Fischbrut mit Artemia aufziehen
Hier zu sehen, mein Kakaduzwergbuntbarschweibchen, dessen Nachwuchs ich in den ersten Wochen komplett mit Artemia aufgezogen habe.

Der Speiseplan in den meisten Aquarien besteht sehr häufig ausschließlich aus Flockenfutter und/oder Futtertabletten. Der Fachhandel in den stationären Geschäften und im Internet bieten außerdem Aufzuchtfutter unterschiedlichster Art an.

Die beste Möglichkeit, Jungfische zu füttern, stellt Lebendfutter, zum Beispiel in Form von Artemia, dar. Die meisten jungen Fische nehmen dieses Futter sehr gerne auf, auch erwachsene Tiere verschmähen sie nicht.

Möchtest Du größere Fische mit Lebendfutter versorgen, ist es empfehlenswert, wenn Du die Artmia groß ziehst. Auch das ist ohne großen Aufwand möglich.

Vorteile der Artemia-Zucht

Der Vorteil vom Artemia züchten: Der Aufwand ist eher gering und auch die Kosten fallen minimal aus. Außerdem ist diese Zucht an Lebenfutter ganz frei von schädlichem Beifang (d.h. keine Planarien, Libellenlarven usw., die man bspw. durchs Tümpeln nach Lebendfutter gerne mal in Aquarium einschleppt).

Ein wichtiger Vorteil ist auch noch die geringe Größe der frisch geschlüpften Artemia Nauplien, welche perfekt für die frische Frischbrut geeignet ist!

Kurz die Vorteile der kleinen Artemien zusammengefasst:

  • kaum Aufwand
  • schnell und flexibel aufgebaut
  • keine Gefahr von Schädlingen
  • perfekte Größe für die Fischaufzucht

Was benötigst Du für die Artemia Zucht?

Damit die Eier schlüpfen können, benötigst Du in jedem Fall Salzwasser. Auch hier bietet der Handel verschiedene Produkte an, die Dir die Zucht erleichtern sollen.

Hersteller wie JBL oder Hobby bieten komplette Aufzuchtstationen, die sich unterschiedlicher Verfahren bedienen. Sie beinhalten abgesehen von dem Salz und den Artimia-Eiern alles, was Du für einen sofortigen Start benötigst. Die verschiedenen Möglichkeiten findest Du bei Amazon.

Welches Zubehör benötigst Du zum Artemia züchten unbedingt?

Neben der Aufzuchtstation sind ein sogenanntes Artemia-Sieb* , die Eier und natürlich Salz unverzichtbar.

Artemia-Salz

Artmia-Salz

Neben speziellen für die Artemia-Zucht geeignete Salze, denen Spurenelemente und teilweise sogar bereits Plankton beigemischt sind, kannst Du auch auf normales Meersalz zurückgreifen. Besonders einfach wird es, wenn Du eine fertige Mischung aus Salz und Eiern verwendest. Das macht ein zusätzliches Aufsalzen des Leitungswassers überflüssig.

Möchtest Du Eier verwenden, die ohne Salz geliefert werden, dann musst Du das Wasser separat aufsalzen. Hierzu kannst Du herkömmliches Speisesalz verwenden. Noch immer hält sich hartnäckig die Meinung, dass sich dafür nur jodfreies Salz eignet. Zahlreiche Zuchterfolge der Artemien widerlegen dies aber.

Das Salz sollte in einer Menge von ca. 30 bis 40 g pro Liter dosiert werden. Optimalerweise wird durch das Salz ein pH-Wert von 8,2 bis 8,4 angepeilt – hier brauchst Du dir allerdings nicht so viele Gedanken drüber machen.

Artemia-Eier

Bei den Artmia-Eiern haben sich besonders Produkte mit einer hohen Schlupfrate durch nicht allzu langer Lagerung herauskristallisiert. In Foren und Facebook-Gruppen und auch ich selbst konnte gute Erfolge mit den Artmia-Eiern von Hobby machen.

Bei der Menge der Eier darfst Du gerne etwas experimentierfreudig sein, da die Eier durchaus unterschiedliche Verhalten zeigen Grundsätzlich lohnt es sich, in hochwertige Artemia-Eier zu investieren. Die Schlupfrate und die Zuverlässigkeit, dass daraus wirklich die Krebse entwickeln, dürften höher ausfallen.

Für eine Artemia-Ausbeute mit gutem Preisleistungsverhältnis hat sich die Artemiaeimischung (wie dieses Wort klingt :D) von Hobby, wie gesagt, als gut erwiesen. Wenn Du jetzt Wert auf eine extrem hohe Schlupfrate legst, schaue dir gerne einmal auch die etwas höherpreisigen Artemia-Eier von Algova an:

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3,01 EUR JBL ArtemioSal 30907 Eier zum Anmischen von Lebendfutter, Eier 40 ml

Artemia-Siebe

Damit frisch geschlüfte Artemia-Nauplien von Eiern oder den leeren Eihüllen getrennt werden können, empfehle ich dir ein sogenanntes Artemia-Sieb.

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Praktische Sets, wie bspw. das JBL Artemio-Set macht es dir leicht, auch verschiedene Größen an Artemia herauszufiltern, um sie bspw. frisch geschlüpften Fischen, oder schon etwas größeren gezielt zu verfüttern.

Neben dem Trennen der Eier, Eierschalen und den verschiedenen Größen der Urzeitkrebse, machen die feinen Siebe es auch sehr leicht, die Artemien vor der Fütterung vom Salzwasser zu befreien. Es kann sonst durch das Artemiazuchtwasser, welches salzig ist, dazu kommen, dass dir der Leitwert im Aquarium durch die Decke geht.

Artemia züchten – so geht es weiter

Nauplien stellen nur den ersten Schritt bei der Zucht von Artemia dar. Sind die Nauplien geschlüpft, bieten die ersten beiden Tage das in dem Artemia Salz befindliche Phytoplankton noch ausreichende Nahrung.

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Die Nauplien besitzen keine ausgebildeten Kauwerkzeuge. Daher benötigen sie ein Futter, das darauf abgestimmt ist.

Artemia füttern – damit es auch länger mit der Zucht klappt!

Sogenanntes Liquizell ist ein sehr fein gelöstes Futter und besteht aus kleinstem Phytoplankton. Es kann von den Artemia-Jungtieren einfach und zuverlässig aufgenommen werden. Nach den ersten acht bis zehn Tagen wird auf das etwas größere Mikrozell umgestellt.

Anleitung: 7 Tipps zur erfolgreichen Artemia-Zucht

  1. Temperatur für die Artemienzucht als optimale Schlupftemperatur hat sich, auch laut Verpackungen der Hersteller von Artemiesets 24 bis 30°C herauskristallisiert. Zimmertemperatur reicht häufig also nicht ganz.
  2. Hygiene im Aufzuchtbehälter Der Artemia-Zuchtbehälter sollte regelmäßig gründlich gesäubert werden, da Artemia und deren Eier recht stark auf Verschmutzung reagieren.
  3. Menge der Artemiaeier pro Liter beachten Um das perfekte Schlupfergebnis zu erzielen, solltest Du die vom jeweiligem Hersteller empfohlene Eimenge pro Liter nicht überschreiten, denn sonst läuft der Ansatz Gefahr nicht effektiv zu schlüpfen. Viel hilft in diesem Fall nicht viel! 1 bis maximal 2 Gramm Artemiaeier haben sich bei der Recherche als guter Schnitt herausgestellt.
  4. Erste Schlupfresultate im Hause Artemia Nach 24 bis 48 Stunden kannst Du erste frischgeschlüpfte Nauplien bereits abfischen und verfüttern. Diese Zeitspanne solltest Du kennen, um bei eventuell angehendem Fischnachwuchs schnell reagieren zu können und einen neuen Artemia-Ansatz zu starten.
  5. Artemia füttern In den ersten Tagen benötigen die frisch geschlüpften Artemia-Nauplien kein Zusatzfutter. Möchtest Du aber nach und nach ein paar größere Artemien ziehen, musst Du spätestens nach 3 bis 4 Tagen füttern. Mit z. B. Liquizell* .
  6. Regelmäßige Belüftung in der Artemia-Zucht Um ein Verpilzen und Absterben der Artemiaeier und -Nauplien zu verhindern wird in vielen Zuchtsets eine Luftpumpe vorgesehen. Einige Aquarianer rühren auch einfach regelmäßig den Behälter um.
  7. Salzwert in der Artemiazucht Bei vielen Eimischungen ist bereits die perfekte Menge an Salz für die kleinen Urzeitkrebse enthalten. Ansonsten kannst Du auch einfach auf normales Speisesalz zurückgreifen. Generell kannst Du auf einen Salzgehalt von 30 Gramm Salz pro Liter Leitungswasser gehen.

Die verschiedenen Artemia-Aufzucht-Sets

Für welches Systeme zum Artemia züchten Du Dich letztendlich entscheidest, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Benötigst Du größere Mengen Artemia, dürfte ein Kultivierungsgerät, wie es zum Beispiel JBL (s. u.) im Sortiment führt, eine gute Wahl sein. Bei kleineren Mengen genügt meist auch eine Aufzuchtschale.

Wenn Du regelmäßig Nachwuchs bei deinen Fischen hast bzw. hochwertiges Lebendfutter im Aquarium verfüttern willst, bieten sich folgende Artemia Zuchtsets an:

Das JBL ArtemioSet

JBL Artemio Set 61060 Aufzucht-Set für Lebendfutter (komplett)

Beim Artemio-Seit von JBL handelt es sich um ein komplettes Artemiazucht-Set.

Im Lieferumfang vom JBL Artemia Aufzucht-Set sind das eigentliche Kultivierungsgerät, eine Standvorrichtung und eine

enthalten. Am unteren Ende des Brutbehälters ist ein Absperrhahn angebracht, über den das Wasser bequem abgelassen werden kann. Darunter befindet sich ein Auffangbehälter mit einem sehr feinmaschigen Sieb. Es trennt die geschlüpften Nauplien vom Wasser.

Die Handhabung des JBL Artemiazucht-Sets ist denkbar einfach. Du stellst den Brutbehälter in den dafür vorgesehenen Behälter. Nun wird bis zur Markierung Leitungswasser eingefüllt.

Das Spezialsalz und die Eier sind nicht im Lieferumfang enthalten, Du musst sie also separat (bspw. diese Artemia-Eier* ) erwerben. Diese beiden Komponenten gibst Du nach der Anleitung in das Wasser und schließt den Brutbehälter. Anschließend nimmst Du die Luftpumpe in Betrieb und lässt das ganze zwischen 24 und 48 Stunden belüften.

Um die geschlüpften Nauplien zu entnehmen, stellst Du die Belüftung ab, wartest ein paar Minuten und kannst das ganze über den Absperrhahn am unteren Ende des Brutbehälters des Artemia Zuchtsets bequem in den Auffangbehälter fließen lassen. Das Artemiasieb trennt dabei die selbst gezüchteten Artemia vom Wasser.


Hobby Profi Incubator Set

Hobby Profi Incubator Set

Eine weitere Marke ist Hobby. Auch hier findet sich ein Komplett-Set zum Artemia züchten im Sortiment. Das Profi-Incubator-Set beinhaltet alles, was Du für einen erfolgreichen Start Deiner Artemiazucht benötigst.

Im Lieferumfang vom Hobby Profi Incubator Set sind ein Inkubator, Artemix, Artemia Salz, ein Aufzuchtbecken sowie ein Artemia Sieb und Liquizell Startfutter enthalten.

Um die Eier zum Schlüpfen anzuregen, kommt die HOBBY Incubator-Flasche zum Einsatz. Nach dem Schlüpfen der Nauplien kannst Du sie in das Becken, das ebenfalls zu dem Artmia-Set gehört umsetzen. Sind die Krebse ca. 10 Tage alt, werden sie regelmäßig in die Becken als Lebendfutter gegeben.

Gerade für Jungfische eignen sich auch die frisch geschlüpften Artemia-Nauplien, da sie wirklich super klein und nahrhaft sind.

Die Brutphase lässt sich immer wieder wiederholen, bei Bedarf ergänzt Du einfach Deinen Vorrat an Salz und Eier. Die ausgewachsenen großen Artemien sind vor allem für Seewassertiere eine hochwertige Futterquelle.


Sera Artemia Zucht-Set

Sera Artemia Zucht-Set

Im Gegensatz zu den oben beschriebenen Produkten handelt es sich bei dem Brut Set von sera nicht um ein Komplett-Set.

Wie vom Hersteller angegeben, beinhaltet das Set lediglich ein Sieb, um die Artemia aufzufangen sowie einen Stopfen.

Für größere Flaschen ist ein O-Ring vorhanden. Komplettiert wird das Set von einem 2 m langen Luftschlauch, zwei Standrohren und einem Artemia-Mix des Herstellers.

Für Dich bedeutet das:

Du brauchst in jedem Fall noch ein geeignetes Gefäß, vorzugsweiße eine Flasche mit ebenem Boden und bei Bedarf noch eine Luftpumpe, um das ganze zu belüften. Diese Kosten solltest Du bei der Anschaffung mit einrechnen. Alles in allem ein unkompliziertes Artemiazucht-Set!


Artemia züchten ohne Pumpe: die Artemia-Aufzuchtschale

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Diese Produkte werden von verschiedenen Herstellern in nahezu baugleicher Form angeboten. Der Platzhirsch in diesem Bereich ist die Marke Hobby. Die Aufzuchtschale besitzt im Inneren ein Trennsystem, in dem sich die geschlüpften Nauplien sammeln. Die Schale wird mit einem Deckel abgedeckt.

In der Mitte des Deckels der Artemia-Schale ist eine Öffnung vorhanden, durch die Licht eindringen kann. An dieser Stelle wird auch ein kleines Artemia-Sieb integriert. Die Nauplien werden von dem Licht angelockt und sammeln sich in dem Sieb. Das Artemia-Sieb kannst Du entnehmen und unter fließendem Wasser die letzten Salzreste abspülen. Anschließend können die geschlüpften Larven entweder direkt verfüttert oder in ein Becken zur weiteren Aufzucht eingesetzt werden.

Du kannst ca. 2 bis 3 Mal abernten, bevor du neue Eier mit Wasser ansetzen musst. Dafür einfach den schwarzen Behälter einmal komplett abspülen, um eine gewisse Hygine aufrecht zu erhalten und eine neue Portion Salz und Eier ins frische Wasser füllen.

Special-Trick: Gib einfach anfangs morgens die eine Hälfte der Eier und abends die andere hälfte der Eier in das bereits aufgesalzene Wasser. Vorteil dieser Methode ist, dass du so die Artemia-Nauplien versetzt schlüpfen lässt!

Günstig, praktisch und schnell aufgebaut!

Wieso klappt es mit dem Artemia züchten bei dir nicht?

Du hast schon mehrfach versucht, einen Zuchtansatz zu starten, aber bisher blieb der Erfolg aus? Dann gehe die folgende Liste durch und schaue, ob Du deine Zucht nicht doch zum Laufen bekommst!

  • Spülmittelreste im Artemia-Reaktor: Artemien reagieren sehr stark auf Umwelteinflüssen, so auch verunreinigungen durch bspw. Spülmittel. Deswegen verzichte am besten komplett auf Spülmittel oder Spülmaschinenreinigung der Zuchtreaktoren.
  • Alter der Artemia-Eier: je älter die Artemia-Eier sind, desto geringer wird auch die Schlupfrate der kleinen Krebschen. Überlege dir also, wie lang die Packung der Artemia-Eier schon bei dir im Haushalt ist und kaufe dir lieber neue, um eine höhere Ausbeute bei der Zucht zu erreichen.
  • Falsche Salzkonzentratioen: ob zu hoch, oder zu niedrig dosiert: in beide Richtungen werden die Artemien es dir nicht danken! Wie erwähnt, schlüpfen die Artemien meist auch erst bei einem bestimmten Salzgehalt im Wasser. Also genau nach Anleitung, die hoffentlich bei deinen Artemiaeiern dabei war, das Salz dosieren.
  • Kupfer- oder bleihaltiges Leitungswasser: Ggf. sind die Rohre in deinem Zuhause aus Kupfer oder Blei, was dazu führen könnte, dass die Artemia sich am Kupfer- oder Bleiwert im Wasser stören und daran sogar sterben.

Artemia züchten im Selbstbau: bau dir kostenlos dein eigenes Artemia-Zuchtset!

Wenn Du handwerklich minimal begabt bist, oder jemanden kennst, der es ist, dann bietet es sich an, das Artemia-Zuchtset auch selbst zu bauen. DIY!

In der folgenden kurzen Anleitung, die ich netterweise von Heiko bereitgestellt und etwas ergänzt habe, ließt Du, wie Du deine eigene Selbstbau-Artemia-Zuchtstation baust. So kannst du mit wenig Aufwand und fast kostenlos dein eigenes Set zum Artemia züchten aufbauen!

  1. Siebdruckplatten (da wasserfest) auf Maße im Baumarkt zugeschnitten Zuschnitt
  2. Lochbohrungen für die Seltersflaschen, zweimal groß und zweimal klein. Hier misst Du am besten die Flasche aus, die dir vorliegt.
  3. Die Siebdruckplatten zusammenleimen und -schrauben
  4. Die Glasflaschen (stabiler als Plastik und besser zum Reinigen) hab ich mit dem Glasschneider kurz vorm Boden angeritzt, mit einem Wollfaden umwickelt, mit Feuerzeugbenzin getränkt und angezündet. Nach Abbrennen des Fadens in eiskaltes Wasser getaucht. Dadurch platzt das Glas an der Stelle wo man es vorher angeritzt hat.
  5. In die Schraubkappen der Flasche ein 5,5mm Loch gebohrt und einen Gardena-Schlauchanschluss*  mit Aquariumsilikon*  einkleben (den Deckel ebenfalls zur Vorsicht mit Silikon abdichten
  6. Alles zusammenbauen und los gehts.

Deine Tipps und Erfahrungen zum Thema Artemia-Zucht!

Fehlt Dir in diesem Beitrag etwas, was anderen Aquarienverrückten, die auch Artemia züchten und verfüttern wollen, weiterhilft? Dann hinterlass deinen Tipp doch gerne als Kommentar und ich füge deinen Trick dem Beitrag gerne hinzu!

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Aktualisiert am

Aktualisiert am 25.05.2020 um 07:09 Uhr / Affiliate Links / Bildquelle: Amazon Partnerprogramm

2 Kommentare

  1. Hallo
    Erst einmal DANKE für diesen Bericht! Er wird bestimmt recht hilfreich sein!
    Da ich mich über längere Zeit mit diesem Thema befasst habe, hierbei ein paar Ergänzungen! Diese sind auf eigene Erfahrungen und Versuche gemünzt.

    1. Qualität der Eier
    Die Qualität der Eier sind das a und o bei dieser Geschichte! Die Marke „Freizeitgestaltung“ und diese andere Marke mit 3 Buchstaben fallen da eher negativ auf. Da auch hier Marken genannt wurden: Algova–> Top Ware, Sanders ect… . Macht eure eigenen Erfahrungen, ich bleibe bei diesen beiden!
    2. Salz
    Nicht jedes handelsübliche Salz funzt gleich gut. Mit Jod habe ich eher schlechte Erfahrungen gemacht. Probiert es aus! Sicher sind die Salze von Jbl und Hobby gut, aber der Preis für einfaches Salz ist einfach zu hoch. Aber das muss jeder für sich entscheiden. Ich habe vor 1 Jahr 5 Kg Salz der Firma algova geschenkt bekommen. Kolege hat mir sein Vorrat überlassen. Wenn aufgebraucht, werde ich auch auf handelsübliches Salz umschwenken.
    3. Anzuchtbecken/Behälter
    Auf alle fälle mit Pumpe. Die Schlupfrate wird es euch danken. Eine Schale für knapp 15 eus im Handel ist ok, aber eher etwas für kleinere Becken. Vortreil hierbei, die Schalen und Eier können so nicht mitgefüttert werden.
    Ich nutze das JBL Set! Pumpe würde ich gegen eine leisere austauschen. Ich finde die beigefügte recht laut.

    Fast jeder Fisch liebt diese kleinen leckerbissen. Ob groß oder klein spielt keine Rolle. Bei kleinen Becken finde ich das ganze recht günstig. Wer aber mehrere Becken hat und zudem Züchtet wird evtl. eine andere Meinung haben. Darum wird die Schlupfrate (ua. Qualität der Eier) bei Mengen immer wichtiger!
    Hoffe ich konnte helfen und ergänzen!
    Grüße
    Sascha

    1. Moin Sascha,
      danke für deine Ergänzungen! Ich habe den einen oder anderen Punkt noch hinzugefügt, da ich sowieso noch am Überarbeiten dieser kleinen Artemia-Anleitung war!
      Schönen Sonntag ;)
      Bleib gesund!
      Gruß Timo

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